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Brighton 2017 part 4

Tag 11 – Spannende Operation – nichts gesehen

An meinem 11. Tag wäre ich am liebsten im Bett geblieben. Ich fühlte mich unwohl und wollte nicht zur Arbeit. Nur, weil ich mich am Tag zuvor nicht willkommen fühlte und auch weil mir so langweilig war. Trotzdem zwang ich mich dazu aufzustehen und diese paar Stunden hinter mich zu bringen.

Ich kam auf die Abteilung, war wie jeden Tag pünktlich da. Leider wusste ich den Pin von der Tür, hinter der der Rapport stattfand, nicht. Somit klopfte ich, wie man das halt so macht, wenn man irgendwo rein will und die Tür verschlossen ist.

Niemand öffnete. Ich wartete, klopfte nochmals. Nichts. Okay, ist wohl noch niemand da – dachte ich mir.

Auf einmal hielt jemand den Kopf aus der Küche und sagte mir den Pincode. Diesen gab ich ein und betrat den Raum. Zwei Personen sassen drinn. Zum einen die, die am Tag zuvor mit dem Handy bei den Patienten spielte und ein anderer. Natürlich sagte ich trotzdem „Good Morning“ und setzte mich hin. Die beiden murmelten jedoch nur etwas unverständliches vor sich hin und wandten sich dann weg. Ich wurde wütend. Am liebsten hätte ich denen meine Meinung gesagt, was ich jedoch liess. Wahrscheinlich wird sie bald mal Probleme mit ihren Gelenken, ihrem Blutzucker und ihrem Herzen kriegen, wenn sie weiterhin so viel ungesundes Zeugs in sich stopft. Somit wird sich das ganze rächen. Und der andere? Dem wünsch ich auch so etwas. Ja, ich war und bin unglaublich wütend.

Für die Übergabe der Nachtwache erhielt ich kein Blatt mit Patienteninformationen, störte mich auch nicht, da ich sowieso bei einer Operation reinschauen wollte.

Die Abteilungsleitung, welche mir am Tag zuvor keinen Blick würdigte, kam nach der Übergabe auf mich zu und nahm ich mit zur Patientin, welche operiert werden sollte. Für die Patientin war es in Ordnung, dass ich zuschauen kommen.

Ich erfuhr, dass nicht nur die Bezugspflege ein Thema ist, sondern auch die Funktionelle Pflege. Somit haben einige eine Spezielle Aufgabe; zB eine Person ist für alle Blutzuckermessungen zuständig.

An den Seiten des Kopfes hatte die Patientin Schrauben, mit einem ungefähren Durchmesser von 0.8 cm. Sie war dann an einem Hacken befestigt, welches auch am Bett befestigt war, damit ihre Wirbel beim Hals genügend gestreckt wurden.

Mit einer Pflegefachperson zusammen begleitete ich die Patientin zum Röntgen und 18519478_10213364383326012_5455728262797603086_nanschliessend zu den „Theaters“. Mir wurde neue Kleidung gegeben und auch eine Haube für über die Haare, sowie auch eine Maske, welche ich mir über die Mund-Nasen-Partie zog.

Die Vorbereitung der Patientin dauerte zwei Stunden, somit war 11.50 Uhr, bis Mal etwas geschah. Die vorherige Zeit wurde mir alles erklärt.

Um 12.00 Uhr wurde mir gesagt, dass ich doch Pause machen soll, was ich auch tat, da ich wirklich hungrig war. Eine halbe Stunde später ging ich wieder zurück.

Gesehen habe ich.. nichts. Als ich für eine kleine Steh-Erhöhung fragte, sagte man mir, dass sie diese im Moment nicht besorgen können.

Um 13 Uhr machte ich dann bereits Feierabend, auch wenn ich nichts gesehen hatte. Doch ich musste mit Christinna noch mit der Koordinatorin zusammensitzen, da wir noch unser Tag reflektieren sollten.

Dabei kam heraus, dass die Koordinatorin etwas geschockt war, dass ich ihr auf ihr Mail „Dear Mrs xxxx..“ antwortete. Natürlich dachte ich beim Mail schreiben nicht daran, dass  die Briten alle untereinander „per Du“ sind. Sie sagte, dass sie sich im ersten Moment etwas bevormundet fühlte, da man sie nur so nennt, wenn man wütend auf sie ist. Jedoch überlegte sie dann, dass ich aus der Schweiz kommen und Vorgesetzte immer gesiezt werden (ausser sie bieten das Du an).

Wir diskutierten auch darüber, dass die Körpersprache für mich und Christinna eine wichtige Bedeutung hat für diesen Austausch, da wir teils nicht alle Wörter kennen. Ich bemerkte dies selber auch, ich setzte meine Hände oft ein, wenn ich am Reden war.

Auch das Händeschütteln, oder eben das nicht Händeschütteln wurde wieder Thema. Wir konnten uns noch immer nicht erklären weshalb man mit niemanden die Hände schüttelt, ausser wenn man ein Job-Interview hat.
Doch die Patienten werden dafür „Darling“ „My Love“ „Dear“ ect. Genannt? Für uns ging die Rechnung nicht ganz auf. Denn für mich und Christinna ist dies von Bedeutung in der Pflege beim ersten Kontakt mit dem Patienten.

Nach der Reflexion machten wir uns zu Fuss auf nach Hause, da wir müde waren.

Tag 12 – Die Karottentorte

Mit einem etwas besseren Gefühl verliess ich am Mittwoch das Haus. Auch wenn ich noch immer wütend war auf die, die mir die Tür nicht öffneten, war mir dies an jenem Tag egal, da dies mein letzter Tag auf der Abteilung war.

An meinem ersten Tag auf dieser Abteilung kam einer der Pflegenden der Nachtwache zu mir und fragte mich, ob ich im italienischen Teil der Schweiz lebe, somit kamen wir dann ins Gespräch.

Dieser Pflegende arbeitete an meinem letzten Tag. Da ich das Gefühl hatte, dass er freundlich ist, hängte ich mich einfach an ihn und der anderen Pflegenden in diesem Bay.

Ich fühlte mich gut integriert. Ich bekam zwischendurch die Aufgabe auf eine Patientin aufzupassen, als die Pflegeassistentin etwas erledigen musste. Somit kam ich auch mit der Patientin ins Gespräch, welche eine Sitzwache benötigte.

Bei einer Patientin war ein Sack mit einer nutellafarbenen Flüssigkeit drinn. Etwas skeptisch blickte ich darauf und dachte mir, dass dies von einem Colonstoma sein könnte, was jedoch etwas weit weg währe vom künstlichen Darmausgang.

Als die Decke zur Seite gemacht wurde und die Patientin gedreht wurde, sah ich, dass ein Schlauch direkt aus ihrem Anus zu diesem Sack führte.
Natürlich fragte ich nach, da ich sowas noch nie gesehen hatte. Die Pflegende erklärte mir, dass dies so angebracht wird, wenn die Patienten stark dement sind, Bettruhe haben und viel Diarrhoe. Dies nahm ich mal so zur Kenntnis.

Was ich auch gesehen habe war, dass der Patientin mit Papiertüchern die Haare gewaschen wurde. Fand ich persönlich interessant, da wir dies mit einem Plastiksack gelernt haben, welchen man mit Wasser füllt.

Leider, leider habe ich den netten Pflegenden dabei gesehen, wie er eine Patientin einmal Katheterisiert hat – ohne sterile Handschuhe. Natürlich habe ich ihn darauf angesprochen, er sagte, dass er keine Zeit dafür hätte. Ich sah ihn skeptisch an und sagte ihm, dass seine Schicht 12 Stunden dauert und gerade mal 2 Stunden davon vorbei sei. Da hätte er bestimmt Zeit um Handschuhe zu holen. „Um jemand einmal zu Katheterisieren zieht niemand Handschuhe an“ sagte er und ich liess es mit dem weiteren Nachfragen.

Was ich sehr gut finde am Pflegen ist, dass die Pflegenden immer zu zweit sind bei einer Körperpflege und zwar von Anfang an.

Die Pflegende, welche mich mitbetreute an jenem Tag erzählte mir davon, dass sie damals in den Phillipinen alleine für 45 weiter Patienten zuständig war. Stellt euch das mal vor. 45Patienten und eine Pflegende. Unglaublich, undenkbar in der Schweiz.

Als meine 6h vorbei waren machte ich mich mit meiner Mitbewohnerin zusammen auf den Weg in die Stadt. Eigentlich waren es nicht mal 6 Stunden, da wir am Tag zuvor so lange bei der Reflexion bleiben mussten, haben wir (ohne das Wissen von anderen) die Zeit etwas kompensiert.
Wir wollten Zeit überbrücken, da unsere Hosts zu Hause Besuch haben, da die Mutter vom HostDad zwei Wochen zuvor verstorben ist.  Uns war der Gedanke Unangenehm, dass wir nach Hause gehen würden und alle stören wurden.

Um 15.00 Uhr machten wir uns dann trotzdem auf den Weg nach Hause. Schnell zogen wir uns ins Zimmer zurück.

Eine oder zwei Stunden später klopfte es an der Tür. Unser HostDad stand an der Tür und bat uns nach unten. Er wolle nicht, dass wir uns nur wegen dem im Zimmer verkriechen. Wir sollten mit ihm zusammen etwas Wein trinken, Sandwiches essen und wehe wir probieren nicht von seiner berühmt berüchtigten Karottentorte.

Wir gingen nach unten, wo wir dann zusammen mit ihm, seiner Frau, seiner Tochter und dessen Freundin einige Zeit zusammen verbrachten und viel lachten. Wir fühlten uns sehr gut integriert.

Anschliessend machten wir uns etwas zu Essen und zogen uns dann doch wieder auf Zimmer zurück, wo wir seine Torte assen. O.M.G. Diese war soooo lecker!

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hab da so ein Diplom erhalten, für die Bestätigung, dass ich die Zeit hier bestanden hab.

 Tag 13 – Die Präsentation

Gefreut haben wir uns nicht wirklich auf diesen Tag. Wir machten uns am Morgen auf den Weg nach Falmer, zur Brighton Universität. Wie hätte es auch anders sein sollen, vergassen ich und Christinna die Handynummer von der Zuständigen Person mitzunehmen. Somit standen wir nun da, am Bahnhof und wussten gerade nicht wirklich weiter.

Ich versuchte eine Email zu schreiben und kurze Zeit später kam der Zuständige Lehrer auch schon den Hügel herunter gerannt und nahm uns mit zum Campus.

Es ist ein riesiges Schulgelände.

Wir durften bei einem Skillstraining, welche die Vorbereitung vom OSCE der Schüler im ersten Bildungsjahr war zuschauen und anschliessend auch die Rolle des Patienten einnehmen, damit das ganze etwas realistischer rüberkommt.

Ich hab direkt mich ihn ihnen gesehen, mich im ersten Jahr. Verwirrt und etwas unbeholfen. Es war ein tolles Gefühl zu sehen, wie sicher ich mich nun in meinem Tun fühle.

Nach dem Mittagessen mussten wir unsere Präsentationen halten. Diese handelten sich über unser Heimatland und auch das Gesundheitssystem dort.  Wir hatten zwei Zuschauer. Eine dritte Person kam dann während Christinnas Präsentation dazu. Dieser schien jedoch benahe einzuschlafen.

Nach den Präsentationen, welche gut verliefen, sprachen wir noch etwas über Dinge, welche uns etwas merkwürdig vorkamen; zB das Händeschütteln.

Der Typ, welcher etwas später reinkam sagte etwas. Ich verstand kein Wort, da er mit irgend einem Dialekt sprach. Zu erst dachte ich, es ein russischer Dialekt. Jedoch war es ein Irischer Dialekt. Er brummte etwas vor sich hin. Ich und Christinna nickten und bejahten.

Als wir dann klitschnass am Bahnhof standen, da es so geregnet hatte, sprachen wir über diese Situation. Wie sich herausstellte, haben wir ihn beide nicht verstanden (bis auf einzelne Wörter) und nur genickt und bejaht.

Am Abend begann ich bereits zu packen.

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Tag 14 – Abschied nehmen

Das letzte Mal zu Spital gehen. Zusammen mit der Koordinatorin blickten wir nochmals auf die vergangenen zwei Wochen zurück. Reflektierten und sahen auch in die Zukunft.

Wir beide sind über uns hinausgewachsen, haben neue Erfahrungen gesammelt und das wichtigste – eine tolle, ehrliche und wunderbare Freundschaft geschlossen!

Nach dem wir uns von der Koordinatorin mit einer Umarmung verabschiedet haben machten wir uns auf zum Pier, jedoch war es so windig, dass wir in die Stadt flüchteten, um etwas Fudge zu kaufen.

Da es sehr stark zu regnen begann, gingen wir wieder nach Hause. Am Abend gönnten wir uns wieder eine Pizza.

Tag 15 – Goodbye Brighton

Jetzt sitz ich hier, seit drei Stunden, am Flughafen Gatwick.

Ich hatte eine unglaublich schlechte Nacht. Da ich mega nervös war habe ich kein Auge zugekriegt und mich nur hin und her gewälzt. Entweder war mir zu warm, zu kalt, unbequem, musste auf die Toilette oder ich hörte irgendwo Geräusche. Ich hätte am liebsten losgeheult, da ich Angst hatte, dass ich zu Müde bin am nächsten Morgen.

Um 04.50 Uhr klingelte der Wecker. Ich zwang mich aus dem Bett und zog mich an. Christinna war etwas früher aufgestanden, um das Makeup noch zu machen.

Wir machen uns 05.20 Uhr auf den Weg an den Flughafen, wo wir 6.30 Uhr ankamen.

Ich verabschiedete mich von meinem Partner in Crime von den letzten zwei Wochen. Ich hasse abschiede. Ich wünschte mir, dass wir etwas näher bei einander wohnen würden. Somit hätten wir die Chance uns etwas öfters zu sehen. Wir versprachen uns jedoch, dass wir weiterhin in Kontakt bleiben würden.

Sie war der Grund, weshalb ich mich bereits so früh zum Flughafen begab. Ich wollte einen richtigen Abschied, am richtigen Ort und nicht so halb verschlafen kurz umarmen und wieder zurück ins Bett liegen.

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Ich ging somit anschliessend zum Nord-Terminal, wo ich nun sitze. Ich macht mein Makeup und begann an diesem Tagebuch noch etwas weiter zu schreiben. Ich schreibe etwa seit 2 Stunden. Eine lange Zeit und ich bin noch nicht fertig.

Ich hatte eine wunderschöne Zeit in Brighton. Auch wenn ich anfangs sehr nervös war. Die Stadt ist wunderschön und ich liebe es in dieser Stadt.

Ich liebe die Offenheit.

Ich liebe die Gleichberechtigung.

Ich liebe das Meer.

Alles war perfekt!

Somit beende ich das Schreiben für den heutigen Tag,naja nicht ganz, nur bis mich die Lust wieder packt, und geh mir mal eine Toilette suchen und versuche, ob es jetzt möglich ist den Koffer einzuchecken.

Den Weg zur Toilette habe ich übrigens gefunden und mein Koffer ist nun auch eingecheckt. Zudem habe ich es durch die Sicherheitskontrolle geschafft und muss jetzt noch zwei Stunden warten bis mein Flug geht.

Ich freu mich schon so sehr endlich Tiago zu sehen (Und Domi und Jan – danke ihr süssen, dass ihr mich abholen kommt!)

Somit verabschiede ich mich definitiv. Vielleicht werde ich noch einen letzten Post machen, um mein Abenteuer abzuschliessen.

Bis dann!

Eure Kai ❤

Brighton 2017 part 1

 Tag 1 – das Kennenlernen

Nun sitz ich hier, alleine, in der Ankunftshalle, am Südterminal vom Gatwick Flughafen.

Mein Tag heute begann toll, Tiago lag neben mir, ich stand früh auf und machte mich bereit für meine Reise. Gepackt hatte ich gestern bereits. Wie ich jedoch bin, konnte ich mich noch immer nicht wirklich für alles entscheiden. Jacke raus, neue rein, Shirt raus,

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danke, dass du mich an den Flughafen gebracht hast! Ich vermiss dich jetzt schon und freu mich dich in zwei Wochen zu sehen mein Herz!

anderes Shirt rein. So ging das, bis wir dann von unseren besten Freunden abgeholt wurden.

Ich schwieg den ganzen weg nach Basel. Ich konnte nicht sprechen, ich war zu nervös.

Als ich dann von meinen Freunden und Tiago verabschieden musste hätte ich direkt losheulen können. Ich wollte so schnell wie möglich weg, damit ich nicht direkt los heul.

Der Flug verlief im grossen und ganzen gut, wie so Flüge halt sind. Naja, ich hab die ganze Zeit geschlafen, von daher habe ich nicht wirklich viel mitbekommen.

Jetzt sitz ich, wie gesagt, hier. Schaue die Leute an und warte. Christinna sollte ich 7 Minuten landen. Ich freue mich riesig sie endlich kennen zu lernen! Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie sehr ich mich freue sie kennen zu lernen und auch unsere gemeinsame Zeit hier kann ich kaum abwarten!

Ich werde am Abend, oder morgen, nochmals schreiben, da ich nun mal schauen gehe wo die süsse Maus steckt.

Somit stand ich also auf und machte mich direkt auf den Weg zu der Ankunftshalle, welche eigentlich nur 50 Meter von mir entfernt war.
Ich wartete rund 30 Minuten da, nirgendwo schien sie zu sein. Plötzlich hörte ich ein „Hello“ und da stand sie neben mir – bis jetzt frage ich mich, wo sie her kam.

Wir  holten uns ein Zugticket und machten uns direkt auf den Weg  nach Brighton. Erstaunlicher weise dauerte die Reise nur rund 30 Minuten.

Ich wollte unsere HostMum erreichen, doch ich bekam kein Netz auf meinem Handy. Ich geriet etwas in Panik, doch Christinna hat die Situation gut

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Dieser kleine gehört meinen Hosts, sofort hat er meine Herz gestohlen!

gehandhabt. Schlussendlich bekamen wir eine Nachricht, in der stand, dass Paul uns Abholen wird in rund 8 Minuten.  Als wir die Nachricht fertig gelesen hatten, stand er bereits mit dem Auto neben uns. Das waren relativ schnelle 8 Minuten.

Unser HostDad, ein sehr netter rund 55-60 Jahr alter Britischer Mann, fuhr uns noch etwas in Brighton herum und zeigte uns verschiedene Restaurants und Sehenswürdigkeiten, bevor wir uns nach Hause machten und seine Frau kennen lernten.

Wir begaben uns am Abend raus, wo wir uns etwas umsahen und dann Brötchen assen in einem grösseren Pub. Es war so unglaublich lecker!

Da wir müde waren, endete unser Abend bereits relativ früh.

Tag 2 – Kai, Christinna und eine wunderschöne Stadt

Am Sonntag, unserem zweiten Tag hier, machten wir uns ein schönes Frühstück um etwa 09.00 Uhr. Wir nahmen uns vor, zum Spital zu gehen, damit wir wissen, welchen Bus wir nehmen müssen und auch damit wir wissen, wie das Bussystem funktioniert. Wir warteten und warteten und warteten und warteten. Der Bus erschien nie. Wir wurden etwas nervös, da es relativ kalt war und wir nicht wirklich verstanden, weshalb kein Bus fährt.
Somit sahen wir nochmals im Internet nach, wo wir Buskarten her bekommen und wie das System funktioniert und gingen anschliessend in einen Shop, wo wir Karten kaufen wollten. Der Verkäufer wollte uns die Karte verkaufen, sagte jedoch, dass wir sie besser an einer öffentlichen Stelle holen sollen, damit wir unseren Studentenrabat benutzen können.
Somit begaben wir uns zu dieser Strasse und das Geschäft war tatsächlich offen. Wir kauften uns die Karten.
Anschliessend begaben wir uns runter zum Meer, welches wunderschön ist!  Ich hätte den ganzen Tag dort verbringen können. Ich freue mich bereits die (hoffentlich) sonnigen Tage dort unten zu verbringen!

 

Wir liefen an der Strandpromenade entlang, bis wir mal in die Stadt, welche eher ruhig war, hineinbogen. Wir haben uns eigentlich nur etwas umgeschaut, das Shoppen sparen wir uns für etwas später auf.

Wie Menschen halt sind, bekamen auch wir Hunger, wir gingen in ein Restaurant, in welches wir eigentlich am Tag zuvor besuchen wollte, jedoch war dieses geschlossen.

Am Samstag, wurde das Brighton Festival eröffnet, ein grosses Ding hier. Die Bewohner hier, öffnen zT die Haustüre, lassen jeden rein um etwas künstlerisches zu präsentieren (in der Schweiz hätte wahrscheinlich jeder Angst bestohlen zu werden). Zudem sind Festzelte in der ganzen Stadt verteilt. Es ist wirklich sehr spannend.
Wir besuchten einen Platz, holten uns jedoch nach kurzer Zeit in einem Geschäft etwas zu Essen für die nächsten paar Tage und gingen nach Hause, wo wir „13 Reasons Why“ schauten und uns etwas zu essen machten.

Somit endete unser zweiter Tag in dieser schönen Stadt auch schon.

Tag 3 – der erste Tag, der erste Schock

Der Tag begann um 07.00 Uhr, da wir relativ schnell wach wurden (und früh zu Bett gingen). Unser Host fuhr uns glücklicherweise zum Spital.

Dort angekommen trafen wir bereits relativ schnell auf die Koordinatorin. Gerade als wir ihr die Hand schütteln wollten, machte sie einen Schritt zurück und erklärte uns, dass sie sich eine Erkältung eingefangen hat. Ich und Christinna waren etwas verwirrt.
Etwas überfordert stand ich da, folgte jedoch dem ganzen Gespräch. Wir warteten dort rund 15 Minuten auf den Studierendenbetreuer. Er kam, begrüsste uns und schon war er für kurze Zeit mit der Koordinatorin verschwunden.
Als sie zurück kamen, wurde uns gesagt, dass wir zuerst die Formalitäten klären würden und dann erst den Rundgang machen.
Somit machten wir uns auf den Weg ins Gebäude Visàvis, wo wir durch diverse Blätter schauten. Sie erklärte uns etwas die Kultur und auch, wie man sich in England zu benehmen hat.

Zudem sagte sie auch, wie eine Krankenschwester hier auszusehen hat; Keine Piercings, keine Kette, keine Ärmel, die länger sind als bis zum Ellenbogen, die Haare müssen streng hoch gebunden sein und dürfen den Kittel nicht berühren und ein Ring zu tragen ist erlaubt (Der Ehering).

Ich und Christinna werden in verschiedenen Abteilungen arbeiten; Ich bin auf der „AMO“ „Acute Medicine Unit“; Eine Art Notaufnahme. Nächste Woche werde ich auf der 8a West Abteilung sein; Neurologie, HNO.

Die Arbeitszeiten der Pflegepersonen hier sind 12 Stunden, dann kommt die Spätschicht, welche auch 12 Stunden abdeckt. Somit spart das Gesundheitssystem in England Pflegepersonal. Das Pflegepersonal hat nach 3.5 Tagen anschliessen 3.5 Tage frei, um die Zeit so zu kompensieren.
Zu beginn war ich etwas geschockt, doch das System scheint auf zu gehen.

Nach unserem Gespräch mit der Koordinatorin wurden wir vom Betreuer herum geführt. Er zeigte uns die verschiedenen Abteilungen. Das Spital ist wirklich gross und auch verwirrend.

Egal wo wir hin wollten, die Türen mussten mit einem Badge geöffnet werden, denn sonst hatte man keinen Zugang zu den Räumen/Abteilungen (Man konnte auch klingeln und dann in die Gegensprechanlage sprechen).

Die AMO-Abteilung war die erste die wir uns angesehen hatte. Ein dunkle Abteilung. Da lagen 5-6 Patienten in einer Bucht (Bay). Ab und zu wurden sie von einem Vorhang getrennt. Es sind dicke, schwere Vorhänge.
Die Pflegepersonen sassen gleich beim Eingang an einem Tisch, schrieben ihre Sachen und grüssten sehr freundlich.

Ärzte huschten an uns vorbei, welche ihre privaten Kleider trugen, was sie scheinbar auch durften.

Wir drehten eine Runde, wobei der Betreuer von uns immer wieder erläuterte, dass die Patienten die Zimmer am Fenster haben, damit sie etwas natürliches Sonnenlicht abbekommen.

Die Abteilungen sind so aufgebaut, dass man an einem Ort rein kommt, untersucht wird und wenn zB eine OP bevorsteht, dann wird man direkt um die Ecke gebracht ins Theater; oder in ein anderes Stockwerk – zB in die Kardiologie, wo das System genau gleich aufgebaut ist.

Wir machten eine Tour durchs ganze Haus, sahen uns auch die Abteilung 8a West an, wo ich meine zweite und Christinna ihre erste Woche verbringen wird.

Als wir die Runde in dem Gebäude beendet haben, gingen wir ins Kinderspital. Es war sehr hell drin, sowie auch farbenfroh. Das Dach war ein Glas Dach und die Kinder haben es selber entworfen. Im unteren Teil des Gebäudes befindet sich die Untersuchungszone; Sozialarbeiter, Ärzte, Logopäden ect. Die Idee dahinter ist, dass wenn die Kinder wegrennen, dass sie im Kreis rennen und es nur einen Weg nach oben gibt, somit können sie nicht weg rennen.

Anschliessend gingen wir noch kurz zur Cafeteria, welche er uns zeigen wollte, jedoch werden wir diese wahrscheinlich nicht nutzen, da man umgezogen sein sollte.

Er trug eine Zeitung mit sich, plötzlich versteckte er diese unter seinem Mantel und sagte, dass man überhaupt nicht über Politische Dinge spricht, vor allem nicht 6 Wochen vor den Wahlen. Er äusserte, dass die Pflegenden die gepflegten manipulieren könnten.
Das schien für mich direkt das Gegenteil gegenüber der Schweiz zu sein, wo man sehr offen mit Abstimmungen, Wahlen und er Politischen Einstellung umgeht.

Anschliessend gingen wir wieder zurück zum Eingang und machten unsere ID-Karte für das Spital.

Nun sind wir seit einer Stunde zu Hause, sitzen hier und schrieben unser erlebtes auf. Ich bin müde, sehr müde. Es waren so viele Informationen auf einmal, in einer fremden Sprache. Ich bin jedoch stolz auf mich, da ich den Tag relativ gut überstanden habe.
Ich habe zudem herausgefunden, dass Briten sehr pünktlich sind, sie sind meist ca. 15Minuten vor Beginn der Arbeit am Arbeitsplatz.

Gespannt sehe ich dem morgigen Tag entgegen, auch wenn er mir etwas Angst macht. Ich hoffe, dass es mir Spass macht und ich nicht zu schüchtern sein werden.

Bald mal werden wir uns etwas kleines zu Essen machen und uns dann weiterhin die Serie anschauen.

Somit verabschiede ich mich!

 

Liebe Grüsse aus Brighton

Eure Kai

Tag der Pflege

Bereits den ganzen Tag überlege ich mir, wo und vorallem wie ich am besten einen Eintrag zum heutigen Tag beginnen soll und bis jetzt kam mir nicht wirklich etwas gutes in den Sinn. Deshalb:

Alles gute und vielen Dank!

Danke für alle Überstunden, welche ihr geleistet habt.

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Cartoon Max Spring für die SBK

Danke für die gute Zusammenarbeit.
Danke für die vielen witzigen Schichten.
Danke für die vielen witzigen Geschichten.
Danke für all die Erinnerungen.
Danke für’s Zuhören.
Danke für das Verständnis und Empathie.
Danke für’s echt sein.
Danke für jedes Lächeln, auch an schlechten Tagen.
Danke für die lieben Worte.
Danke für alles, liebe Pflege.

 

 

Vor etwa fünf Jahren hat mich mein Weg in die Pflege verschlagen. Seither kann ich mir fast keinen anderen Beruf für mich vorstellen. Ich habe viele Patienten kennengelernt, viel von ihnen gelernt und auch viel mit ihnen erlebt.
Das Selbe gilt für Pflegende.
Ich hatte das Glück in (meist) guten Teams zu arbeiten, wo viel Verständnis entgegen kam von allen und man auch Zeit füreinander hatte.

Da heute der Tag der Pflege ist (und auch der Geburtstag von Florence Nightingale)dachte ich mir, dass ich diesen Tag nicht ohne Beitrag beenden kann.
Jährlich wird ein Motto gewählt, dieses Jahr lautet es: „Professionelle Pflege – die Basis für ein tragfähiges Gesundheitswesen“. Doch die Frage ist, was ist Professionelle Pflege?

Als professionelle Pflege definiert der SBK (Schweizer Berufsverband der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner) folgendes:

«Professionelle Pflege umfasst die eigenverantwortliche Versorgung und Betreuung, allein oder in Kooperation mit anderen Berufsangehörigen, von Menschen aller Altersgruppen, von Familien oder Lebensgemeinschaften, sowie Gruppen und sozialen Gemeinschaften, ob krank oder gesund, in allen Lebenssituationen (Settings). Pflege umfasst die Förderung der Gesundheit, die Verhütung von Krankheiten und die Versorgung und Betreuung kranker, behinderter und sterbender Menschen. Weitere Schlüsselaufgaben der Pflege sind die Wahrnehmung der Interessen und Bedürfnisse , die Förderung einer sicheren Umgebung, die Forschung, die Mitwirkung in der Gestaltung der Gesundheitspolitik sowie im Management des Gesundheitswesens und in der Bildung.»

 

Es gibt so viele Leute, welche nie in der Pflege gearbeitet haben und dann Dinge sagen wie „das könnte ich nie! Wie schaffst du das?“.
Ja, es ist oft hart in der Pflege zu arbeiten. Wir müssen manchmal auch Dinge machen auf die wir wirklich absolut keine Lust haben und auch ein Lächeln fälschen an Tagen, an welchen uns zum Heulen zu mute ist.
Doch trotzdem gibt es immer wieder Momente, welche so wunderbar sind, dass sie einen dazu Bewegen in der Pflege zu bleiben.
Für mich sind das Begegnungen. Begegnungen mit Menschen. Mit jungen, mit alten, weiblich, männlich, Menschen mit einer Einschränkung, Menschen welche bereits viel erlebt haben, Menschen von denen wir lernen können.
Ich erinnere mich an so viele Leute. Einige haben mich zu dem gemacht was ich heute bin. Ich durfte viele Diskussionen führen und mir viele Ansichten und auch Meinungen anhören, welche sogar spannend waren. Mir haben Patienten vom 2. Weltkrieg,welchen sie selber erlebt haben erzählt, von ihrer wahren liebe, mit welcher sie mehr als 50 Jahre verheiratet waren. Auch haben verschiedenste Menschen ihre Gedanken mit mir geteilt. Mir ihre Ängste und Träume erzählt und mir auch gesagt, was ich in meinem Leben unbedingt Mal tun muss! Ich durfte ihre Sicht der Weltanschauung hören und ihnen dann auch meine sagen.
Weiter an der Pflege liebe ich das kongruent, echt sein dürfen! Ja, ich bin eine verwirrte und manchmal dusslige Person aber hey, bis heute habe ich mit meiner verpeilten Art viele Menschen zum lachen gebracht, auch wenn es ihnen mies ging. Natürlich nehme ich meine Arbeit ernst! Ich führe alles Hygienisch ect. durch, vergesse niemanden und vergifte auch niemanden. Dies ist eine Sache, welche ich sehr schätze.
Ich liebe es auch etwas bewirken zu können, Veränderungen (im positiven Sinn) zu sehen und am Ende des Aufenthalts oder des Tages ein „Danke“ zu hören.

Ich freue mich bereits darauf, was die Zukunft für uns Pflegepersonen bringen wird und auch, dass es weniger Personalmangel und Zeitdruck gibt. Auch wünsche ich allen wunderbare Erinnerungen,welche unvergesslich sind.

Wenn ich schon bei der Zukunft bin, wünsche ich meiner Klasse viel Erfolg auf ihrem weiteren Weg. Wir sind die Zukunft, wir können verändern.

Bis dann!

 

Kai